Familientradition

Der unternehmerische Erfolg hat meist viele Gesichter. Das gilt nicht nur, aber vor allem auch, für Brauereien. Claudia Sieben, Brauereichefin in
6. Generation bei Zoller Hof kann zusammen mit Geschäftsführer Ralf Rakel auf eine über 165-jährige, erfolgreiche Unternehmensgeschichte zurückblicken. Dabei hatte jede Zeit ihre eigenen Herausforderungen.

Es war Carl Fidelis Graf, der 1845 vor den Stadtmauern Sigmaringens die richtige Standortwahl für seine Gasthaus-Brauerei traf und erste gute Kontakte zum Fürstlichen Haus Hohenzollern knüpfen konnte. Sein Sohn Hermann Graf musste in den 90er Jahren des vorletzten Jahrhunderts bedeutende Entscheidungen hinsichtlich der Einführung revolutionärer technischer Entwicklungen treffen. Er führte das elektrische Licht in der Brauerei ein.

Paul Graf baute eine neue Brauerei. Bis heute ist dieses Gebäude der Kern der Brauerei. Er investierte in Kompressionskälteanlagen, die Linde erfand, revolutionierte damit die Bierherstellung in dem er auf geschlagenes Eis verzichtete und so eine ganzjährige Kühlung stattfinden konnte.

Sein Sohn Hermann und Schwager Alexander Fleischhut überstanden mit der Brauerei die Kriegswirren und schufen mit Investitionen in Sud- und Lagerkeller und den Bau einer Flaschenfüllerei die Voraussetzung für eine qualitätsvolle und moderne Produktion.

Nach erfolgreichem Brauer-Studium in Weihenstephan trat in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts der Vater von Claudia Sieben, Peter Fleischhut, mit neuen
Ideen in die sich dynamisch entwickelnde Brauerei ein.
Bis zu seinem krankheitsbedingten Ausscheiden hat er die Brauerei nicht nur einmal rund erneuert.