Zoller-Hof baut gläserne Produktion.
Die ehemalige Flaschenfüllerei wird ein Zündapp-Museum

Die Brauerei Zoller-Hof in Sigmaringen investiert in eine gläserne Produktion und schafft Ausstellungsräume für die weltweit größte Sammlung der legendären Marke Zündapp. Mehr als zwei Millionen Euro wird das Sigmaringer Unternehmen in 2007 investieren.

Die Baupläne zeigen einen Anbau an das Unternehmensgebäude im Areal des Sudhauses an der Jungnauer Straße für die neue Flaschenabfüllanlage. Die Flaschenfüllerei befindet sich nicht mehr im dritten Stock des Werkgebäudes, sondern auf der Freifläche in einem Glasbau gegenüber des Sudhauses. Der Besucher der Brauerei hat nunmehr die Möglichkeit auf einen Blick sowohl die Sudkessel, in denen das Malz mit Hopfen und Wasser zur Würze gekocht wird als auch die Flaschen-Abfüllung des Gerstensaftes und der Limonaden zu sehen.

In den frei werdenden Räumen errichtet die Brauerei ein Museum für die Ausstellungsstücke des Zündapp-Sammlers Adolf Mattes aus Königsheim bei Tuttlingen. Adolf Mattes hat in den vergangenen 50 Jahren eine weltweit einzigartige Sammlung von Motorrädern und Nähmaschinen sowie das legendäre Auto „Janus“ zusammengetragen. „In den letzten Monaten haben wir alle bis auf drei noch fehlende Exponate an Motorrädern erworben. Auch im Bereich der Nähmaschinen und Außenborder sowie dem Stromaggregat der Marke Zündapp haben wir die wichtigsten Stücke. Jetzt fehlen uns nur noch die Flugmotoren, erklärt Geschäftsführer der Brauerei Zoller-Hof Ralf Rakel.

Durch diese Baumaßnahme werden die Produktionsstätte und das Zündapp-Museum miteinander verbunden. Die Besucher können bei der Besichtigung des Museums die Flaschenabfüllung beobachten und einen Ausblick auf das Sudhaus haben.

Mehr als zwei Millionen Euro investiert Zoller-Hof in das Projekt. Der Bauausschuss der Stadt hat den Plänen bereits zugestimmt und die Ausschreibungen für das Bauvorhaben laufen. Der Baubeginn ist für April geplant sobald der „rote Punkt“ vergeben ist.Die Inbetriebnahme der neuen Flaschenfüllerei erfolgt im Februar 2008. Mehrere Testläufe sind im Vorfeld notwendig bevor die alte Füllerei abgestellt und ausgebaut werden kann. So wird ein reibungsloser Übergang gewährleistet.

Die offizielle Eröffnung des Mattes Zündapp Museums erfolgt dann zum alljährlichen Hoffest am 08.Juni 2008. Das Hoffest bietet den idealen Rahmen, um diese einmalige Sammlung an Zündapp - Exponaten dem Publikumsverkehr freizugeben. Selbstverständlich können "Zündapp-Begeisterte" schon im Vorfeld das Museum auf Anfrage ab April 2008 besuchen.

Bekenntnis zum Standort

„Wir tun etwas für die Stadt und für die Region“, erklärte Zoller-Hof-Geschäftsführer Ralf Rakel. „Mittelständische Brauereien sind regionale Anbieter und eng mit ihrer Heimat verbunden. Diese Bindung bauen wir aus.“ Inhaberin und Geschäftsführerin Claudia Sieben ergänzte: „Unsere Investition ist ein klares Bekenntnis zum Standort Sigmaringen.“ Museum und gläserne Produktion seien Anziehungspunkte für Menschen aus der Region und Touristen. „Die Marke Zoller-Hof soll noch enger mit Sigmaringen und Umgebung verbunden werden.“ Zusätzliche Abverkäufe von Zoller-Hof-Produkten durch Besucher seien zwar erwünscht aber nur in begrenztem Maß zu erwarten. „Ein Bierkasten ist einfach zu sperrig, um ihn nebenbei mitzunehmen. Zudem müssten schon sehr viele Gäste kommen, damit der Umsatz deutlich steigt.“ Die Investition in eine neue Abfüllanlage habe angestanden“, fügte Ralf Rakel hinzu. Wir wussten nur noch nicht so richtig, wie wir das bautechnisch verpacken sollen und wie die freiwerdenden Räume sinnvoll genutzt werden können. Da Zündapp-Sammler Adolf Mattes bereits seit einiger Zeit einen Ausstellungsort für seine Exponate suchte, sei die Idee entstanden, beide Projekte zu verbinden.

1. Bauabschnitt: Abriss der alten Rampe im Hinterhof (02.05.2007):
2. Bauabschnitt: Rohbauarbeiten für das Museum (07.07.2007)
3. Bauabschnitt: Die Säulen für die Bodenplatte der Flaschenfüllerei werden bis in 7 Meter Tiefe verankert und die Bodenplatte wird errichtet (26.07.07)
4. Bauabschnitt: Das Dach aus Porenbeton für die Flaschenfüllerei wird gelegt. Der Porenbeton gewährleistet optimalen Schallschutz für die Mitarbeiter (15.08.2007)
5. Bauabschnitt: Die Fenster werden eingebaut und der Boden der Flaschenfüllerei gegossen. (07.09.2007)
6. Bauabschnitt: 20 Tonnen-Waschmaschine wird über das Dach in die neue Produktionsstätte eingeführt. (14.11.2007)
6. Bauabschnitt: Die Maschinen sind so gut wie fertig installiert und werden nun gereinigt. Am 12.02.2008 geht die neue Flaschenfüllerei in Betrieb.
SIGMARINGEN/CMT – Die Brauerei Zoller-Hof nutzt die CMT, um aktiv für die Eröffnung am 8. Juni ihres neuen Zündapp-Museums in Sigmaringen zu werben. Ministerpräsident Günter Oettinger saß schon Probe auf dem Moped, das Ausstellungsstück am Kreis-Stand. 20 000 Flyer zu verteilen, ist die Herausforderung der zwei Brauerei-Mitarbeiter Ilic Drasko und Elena Bornemissza.

Von unserer Mitarbeiterin

Vera Romeu

Wenn Ilic Drasko, Auszubildender der Zollerbrauerei, CMT-Besucher fragt „Kennen Sie die Zündapp-Maschinen?“, dann leuchten die Augen: Klar, jeder kennt die Kult-Marke. Am Stand steht ein Oldtimer-Moped-Exemplar, das neugierige Blicke auf sich zieht. Ministerpräsident Günter Oettinger ließ es sich nicht nehmen, sich drauf zu setzen, sehr zur Freude aller anwesenden Politiker und Journalisten. Das Moped ist gleichermaßen ein Magnet für kleine Buben, die mit ihren Vätern die Touristik-Messe besuchen. Zündapp bleibt ein Traum.

Im Zuge des Neubaus der modernen Abfüllanlage in der Sigmaringer Brauerei entsteht in den nächsten Wochen das weltweit größte Zündapp-Museum. Wenn man den jungen Drasko fragt, wie Bier und Zündapp zusammen kommen, erklärt er lächelnd: „Es ist eine persönliche Sympathie zwischen dem Sammler Adolf Mattes, aus Königsheim bei Tuttlingen, und dem Zoller-Hof-Geschäftsführer Ralf Rakel. Als das Umbauprojekt in der Brauerei anstand und parallel der Sammler ein Museum für seine Exponate suchte, ist die Idee daraus geboren.“ Zwei Millionen investiert die Brauerei in das neue Museum.

Das Museum wird rund 100 Exponate beherbergen. „In den vergangenen Monaten hat die Brauerei alle bis auf drei noch fehlende Exponate an Motorrädern erworben“, erklärt Drasko. Auch im weniger bekannten Bereich der Nähmaschinen, Außenborder und Stromaggregate sind die wichtigsten Produkte von Zündapp vorhanden. Die Flugmotoren kommen später noch hinzu.

Also einen direkten Zusammenhang zwischen beiden Produkten gibt es nicht. Aber die Gäste, die in Zukunft nach Sigmaringen kommen, können sich das Museum anschauen, nebenbei die Gläserne Bier-Produktion besichtigen, oder umgekehrt. Beide Themen ergänzen sich und bieten allerlei Überraschungen. Besucher-Gruppen werden sicher ab 8. Juni den Tag auf dem Brauereigelände genießen: Führung durch die legendäre Motorenwelt, Führung durch die moderne Abfüllungsanlage und sicher eine gemütliche Bierverkostung hinzufügen. Die Verbindung ist touristisch gesehen äußerst attraktiv.

Die CMT ist der Ort in Baden-Württemberg, an dem effizient für den 8. Juni, das Hoffest der Brauerei Zoller-Hof, geworben werden kann. 20 000 Prospekte des Museums und der Brauerei bringen die zwei jungen Leute unter die Messe-Besucher. Aktiv gehen sie durch die Hallen und laden die Gäste ein. „Am Stand kommen zwar viele Menschen vorbei, aber in den anderen Hallen sind Leute, die nicht zu uns in die Halle 6 kommen. Diese einzuladen, macht richtig Spaß“, erklärt Drasko. Zuweilen nimmt er noch die Zündapp-Attrappe aus Karton mit auf seine Streifzügen, um die Leute neugierig zu machen. Über Technik weiß er genug, um mit Zündapp-Fans zu fachsimpeln. Elena Bornemissza lächeln freundlich dazu, was die Gäste auf andere Weise überzeugt.

„Die Leute kennen schon die Marke Zündapp und lernen jetzt die Brauerei Zoller-Hof kennen. Viele haben versprochen, zum Hof-Fest im Juni nach Sigmaringen zu kommen“, freut sich Drasko.

Am Landes-Tourismustag waren, der Landrat Dirk Gaerte, die Bürgermeister des Landkreises sowie die Geschwister Hofmann aus Messkirch für den Landkreis Sigmaringen als Akteure unterwegs. Landwirtschaftsminister, Ernst Pfister und die Geschwister Hofmann ließen es sich nicht nehmen während ihres Messeaufenthalts den Landkreisstand zu besuchen und sich auf den Zündapp-Roller zu setzen, welches für das Mattes Zündapp Museum der Brauerei Zoller-Hof warb.